Schnuppe von Gwinner

Die Prignitz: Schloss Wolfshagen’s Schätze

Auf Einladung des Landes Brandenburg nahm ich im Juni 2017 als Expertin an einem Symposium im Stift Altengrabe teil - die landschaftliche Schönheit der Umgebung und die reizvollen Dörfer der Ostprignitz lockten mich zu verweilen und verführten mich, zwei Artikel über diese verwunschene Gegend für den craft2eu Blog über europäische Handwerks- und Designkultur zu schreiben :

Der Hausherr muss begeisterter Jäger gewesen sein, sehr familenverbunden und gerne große Gesellschaften gegeben haben. Für sich selbst bevorzugte er eher ein Leben in Bescheidenheit, glücklich mit einer umfangreichen Bibliothek und, gleichermaßen akribisch wie  kenntnisreich, als Porzellan- und Textil-Sammler. Als Einzelgänger in einer weitverzweigten Großfamilie des Landadels macht er sich um die Bewahrung und Pflege ihres Erbes verdient und schenkt damit den Besuchern seines barocken Gutshauses (1787) die Gelegenheit zu einer Zeitreise: rückwärts, in der Art wie „so lebten sie damals“.

Die Bewohner des liebevoll renovierten Gutshauses Wolfshagen scheinen gerade einen Ausflug zu machen. So wandern wir, nur von den Blicken der Ahnen auf den Bildern an den Wänden begleitet, allein über die knirschenden Dielen durch die aufgereihten Räume und Säle, staunen Ahs und Ohs und verlieren uns bewundernd in den Details der Ausstattungen.

Für eine kleine Kapelle wurden die ehemalige Poststube und ein Kinderzimmer im Erdgeschoss 2001 zusammen gelegt. Hier konnten nun die geborgene Artefakte aus der erst 1982 abgerissenen Wolfshagener Kapelle (1572) sowie Ausstattungsstücke anderer Provinienz so eingebaut und präsentiert werden, dass die historischen Stücke eindrucksvoll zusammen wirken können. Das Gutshaus hat nach dem Krieg viele Funktionen durchlaufen, unter anderem auch als Schule – in die man sich in einem nachempfundenen Klassenzimmer im Kellergeschoss zurück versetzen kann. Doch nach der Renovierung seit 1995 zog zumindest wieder der Geist der Familie Gans zu Putlitz in das schöne Gebäude ein. Die Atmosphäre eines märkischen Gutshauses ließ sich mit vielen authentischen Ausstattungsstücken wieder herstellen. Solche Häuser waren kaum jemals rein in einem bestimmten Stil eingerichtet, sondern vereinigten Möbel, die sich im Laufe der Generationen, die in diesen Häusern lebten, ansammelten.

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Teil 1 lesen: Die Prignitz: Entdeckung einer Kulturlandschaft

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