Schnuppe von Gwinner

Rund 20 Wandteppiche bringen ab dem 21. Mai das Schaffen von Johanna Schütz-Wolff in Erinnerung. Damit widmet sich das GRASSI einer der bekanntesten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts und der Mutter der Textilwerkstatt auf Burg Giebichenstein. Eine große Frau also, der man sich hier widmet. Schnuppe von Gwinner hat mit Kuratorin Babette Küster gesprochen.

Das GRASSI-Museum für angewandte Kunst in Leipzig nimmt die Schenkung des Bildteppichs »Frau vor Landschaft« (1954) von Johanna Schütz-Wolff zum Anlass, der Künstlerin in ihrem fünfzigsten Todesjahr eine große Ausstellung zu widmen. Oberflächlich betrachtet erscheint die Bildwelt der Johanna Schütz-Wolff aus heutiger Sicht eher spröde und entrückt. Doch die Kuratorin Babette Küster wird dieses Lebenswerk, dessen Entstehung in die zwanziger bis fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts fällt, als dramatischen Ausdruck seiner Zeit darstellen können.

Die Parallelen des künstlerischen Vorgehens von Johanna Schütz-Wolff zu heutigen, ganz aktuellen Designanforderungen sind vielschichtig. Als junge Studentin der damaligen Handwerker- und Kunstgewerbeschule der Stadt Halle (heute Burg Giebichenstein – Kunsthochschule Halle) besucht sie die »Fachklasse für kunstgewerbliche Frauenarbeiten«. Sie beschäftigt sich mit graphischen und textilen Techniken und wechselt dann an die Münchner Kunstgewerbeschule, um sich dort dem Studium der Typographie zu widmen. Werke aus dieser Zeit bilden den Auftakt zur Leipziger Ausstellung: farbenfrohe, expressionistische Druckgraphiken und Gouachen, unbeschwert und fantasievoll.

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Der ganze Artikel erschien am 14.Mai 2015 auf dem Portalkuntgeschichte

Abbildung:

Johanna Schütz-Wolff
Detail aus Bildteppich ‘Mutter und Kind II’
Schwabendorf bei Marburg, 1931
Wolle, Leinen- und Köperbindung, gestickte Konturen
Höhe: 200 cm, Breite: 240 cm
©Nachlass Johanna Schütz-Wolff