Schnuppe von Gwinner

Handmade Kultur 1/2017

Kühn Keramik

Mancherorts bekommt man Herzklopfen! Die ehemalige Anhalter Apotheke in Berlin-Kreuzberg, heute originelle Residenz von Kühn Keramik, ist so ein Ort. Das historische Ambiente: sechs Meter hohe Räume, üppiges Stuckdekor, würdig gealterte Holzschränke, Regale und Schübe ... das alles atmete bis heute 120 Jahre Leben ein und setzte dabei jedeMenge Patina an.

Als Bernhard Kühn und Claudia Elsholz vor sechs Jahren den Laden entdeckten, war das Glück perfekt. „Kairos“ nannten die alten Griechen das – wenn alles passt! Und es passt immer noch; nicht nur für Kühn und Elsholz, sondern auch für jeden, der durch die Ladentür tritt und ins Staunen kommt.

Schon als Kind entdeckte Bernhard Kühn sein Talent, mit Ton umzugehen. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum professionellen Keramiker und ging danach für einige Zeit nach Paris, um sich vor allem künstlerisch weiterzuentwickeln. 1993 eröffnete er schließlich seine erste eigene Werkstatt in Berlin. Noch heute ist der 49-Jährige allerdings davon überzeugt, dass er auch "als Koch, Bäcker oder Konditor Karriere gemacht hätte. Genauso wie der Keramiker benötigt man für diese Gewerke lediglich Talent, seine Hände und die Hitze eines Ofens.", so Kühn über seine Berufswahl.

Hinter den imposanten Ladenräumen liegt, einige Stufen tiefer, die helle, geräumige Keramik-Werkstatt. Hier fertigen der Inhaber und seine Assistenten jedes Stück von Hand. Keines gleicht dem anderen, noch nicht mal ungefähr. Der Ton kommt aus dem Westerwald, die Glasur aus Meissen, dazu Lüsterfarben in Gold, Silber und Platin. Das Repertoire von Kühn Keramik umfasst mehr als hundert Formen, dazu circa 400 Dekore, Motive und Muster – allesamt gefunden, gesammelt, selbst gezeichnet oder gemalt.

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