Schnuppe von Gwinner

Kathrin Göpfert: Die Inszenierung der Erinnerung

Zerliebt und zerzaust. Von Frust- und Freudentränen mehrfach durchtränkt und lange wieder getrocknet. Ein bisschenn Rotz, ein bisschenen Schokopudding, ein bisschenen Sandkastensand.

Den Zeiten unzertrennlicher Liebe droht das allmähliche Vergessen, jäh gestoppt durch ein dornröschengleiches Erwachen unter den sensiblen Händen ihrer Retterin: Kathrin Göpfert!

„True Love“ heißt das Denkmal wahrer Liebe, für das altgediente Kuschelprofis in den Engelstand erhoben wurden um uns Betrachter herzlich anzurühren. Wer von uns hatte nicht so einen treuen Begleiter? Ein funkelnagelneues Teddy-, Hase-, Puppentier, das sich schon ausserhalb unseres Bewusstseins in unser junges Leben schlich? Das ungezählte Male unser Seelenheil rettete. Als unentbehrlicher Vertrauter im Schlaf jeden Albtraum, als versierter Tröster in Schmerz und Kummer jede Ungerechtigkeit linderte. Ewige Treue, nie nachlassende Liebe, Unzertrennlichkeit – jahrelang!

Und ganz plötzlich dehnt sich der unachtsame Ausflug in die Zimmerecke zu einem Tag, einer Woche, einem Jahr... Kein Geschrei vor dem Einschlafen weil's ohne nicht geht, keine geflüsterten Geheimnisse und innigen Umarmungen mehr. Langsam senkt sich Staub auf das erstarrende Lächeln und die weit offenen Augen blicken ins Leere.

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